Trächtigkeitstoxikose

Die Trächtigkeitstoxikose tritt am Ende der Trächtigkeit oder seltener 3-4 Tage nach der Geburt auf. Es handelt sich um eine Stoffwechselentgleisung in einer Zeit mit besonders hohem Bedarf an Traubenzucker. Die Leber ist verfettet und kann dadurch das Blut nicht mehr richtig entgiften.

Das erste Symptom der Toxikose ist eine hohe Gewichtsabnahme (50 - 100g/Woche) in einer Zeit, in denen das Weibchen eigentlich kräftig zunehmen sollte (ab der 7. Woche). Zu diesem Zeitpunkt hat man noch eine Chance das Muttertier zu retten, treten die ersten sichtbaren Symptome auf, ist es meist zu spät. Vor der Geburt stellen die Meerschweinchen das essen und trinken ein und sitzen mit gesträubtem Fell und völlig teilnahmslos in einer Ecke des Käfigs. Wenn man Glück hat, werfen sie noch vor ihrem Tod ihre Babys. Oft sind diese aber schon im Mutterleib abgestorben.

Die seltenere Art der Toxikose tritt erst nach der Geburt auf. Die Weibchen fressen und trinken nicht selbständig und schwanken beim Gehen oft hin und her. Sie sterben dann innerhalb weniger Tage. Wenn man eine Trächtigkeitstoxikose frühzeitig erkennt, besteht durchaus die Chance, das Weibchen und ihre Jungen zu retten. Deshalb wird empfohlen ab der 7. Woche 2x wiegen pro Woche. Stellt man hierbei einen hohen Gewichtsverlust fest (20g sind normal, wenn es danach wieder aufwärts geht. Auch kurz vor der Geburt sind 20-30g Gewichtsabnahme normal, sofern sich das Weibchen wie immer verhält).

Risikofaktoren
  • Bewegungsmangel bei Verabreichung energie- und eiweißreicher Kost (viel Körnerfutter).
  • Muttertiere, die mehr als 1100g wiegen, wenn sie zum Bock kommen.
  • Streßfaktoren wie Futterumstellung, Aufregungen, Futterverweigerung. Vitamin C - Mangel (der Vitamin C-Bedarf ist im letzten Drittel der Trächtigkeit besonders hoch).
  • Nahrungsmangel, ungenügend Energiezufuhr (etwa bei vorwiegender Heu- und Grünfütterung)
Vorbeuge
  • Weibchen sollten vor der Trächtigkeit nicht zu fett (>1000 g KM) sein,
  • wenig oder gar kein Körnerfutter,
  • keine plötzliche Futterumstellung während der Trächtigkeit,
  • auf ausreichende Vitaminzufuhr achten
Therapieversuche

könnten mit mit Kalzium- und Traubenzuckerlösungen, Amynin, Dexamethason, Vitamin B12 und Vitamin C, sowie mit Lycopocium D6 durchgeführt werden.

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