Schiefhals (Torticollis)

Flo

Ein Schiefhals ist in 95% Folge einer Innen- oder Mittelohrentzündung und deren Übergreifen auf benachbarte Gehirnteile, eventuell mit Abszeßbildung. Durch die Entzündung werden Teile des im Innenohr befindlichen Gleichgewichtsorgans beeinträchtigt, dadurch entsteht die Verdrehung des Kopfes. Sehr dramatisch sieht manchmal ein gleichseitiges Augenzittern (Nystagmus) aus.

Eine Diagnose wird am sichersten durch ein Röntgenbild gestellt, sieht man dort eine Verschattung der "Bulla Tympanica", dann ist die Diagnose gesichert. Flo (rechts) "schlief" in dieser Lage manchmal "der Hals ein". Unter Wärmeeinwirkung (Rotlicht) ist das nach wenigen Minuten wieder vorbei.

 

Differentialdiagnostisch kommen in Frage:

Torticollis bei Neugeborenen, sie entsteht durch Lageanomalien oder Probleme während der Geburt und vergeht innerhalb weniger Tage von selbst.

CVA (CerebroVascular Accident), Schlaganfall.

Enzephalitozoonose oder Nosematose, der Erreger (Enzephalitozoon cuniculi) kommt vom Kaninchen und wird in gemischten Beständen gelegentlich auch auf Schweinchen übertragen.

Weitere mögliche Ursachen sind tumoröse Prozesse und Verletzungen, Probleme der Halsmuskulatur oder auch der Zähne.

Die Heilungsaussichten hängen nicht vom Grad der Drehung ab. Auch Tiere die den Kopf ganz schief halten, können wieder vollständig in Ordnung kommen. Oft bleibt eine leichte Schiefhaltung zurück. Die Tiere lernen aber meist gut, damit umzugehen.

Besonders zu achten ist auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme. Diese könnte durch die gedrehte Kopfhaltung beeinträchtigt sein.

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