Heu

Als Heu bezeichnet man die durch Trocknen haltbar gemachte oberirdische Biomasse von Grünpflanzen. Diese besteht abhängig von örtlichen Gegebenheiten aus Wiesengräsern, -pflanzen und -kräutern, aber z.B. auch aus Raps, Grünroggen, kleeartigen Futterpflanzen oder Luzerne.

Heuröhrengespräche

Die Wiesen werden drei- bis viermal pro Jahr gemäht und getrocknet. Je 100 Kilogramm Grünfutter müssen dabei etwa 60 Kilogramm Wasser verdunsten. Nach einigen Tagen mit trockenem Wetter wird das Heu lose oder zu Ballen gepreßt eingelagert.

Ein besonders nährstoffschonendes und witterungsunabhängiges Verfahren der Trocknung ist die Heißluft-Trocknung. Dabei wird das Grünfutter mit 300 - 1000 Grad heißer Luft innerhalb von etwa 10 Minuten "schockgetrocknet". Heißluftgetrocknetes Heu enthält unter 7% Wasseranteil.

Flo Meier

Wichtig ist, dass das Heu richtig trocken ist. Es darf nicht mehr als 15 % Wasser enthalten andernfalls droht es zu schimmeln und darf dann natürlich nicht mehr verfüttert oder als Einstreu verwendet werden. Deswegen muss es vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden. Auch Licht und Sonne könne das Heu schnell ausbleichen und wertvolle Inhaltsstoffe zerstören.

Als das eigentliche Heu wird nur der erste Schnitt des Grünfutters bezeichnet. Er enthält weit mehr Faserstoffe, als der zweite und die weiteren Grasschnitte. Diese werden "Grummet" genannt. Grummet ist aufgrund des niedrigeren Stängelanteils feiner strukturiert, weicher und nährstoffreicher als Heu und besonders für Milchvieh als Futter geeignet. Für Kleinnager besonders geeignet ist das "Bergwiesenheu", das aus einem höheren Anteil unterschiedlicher Pflanzen mit sehr hohem Rohfaseranteil besteht.

Mäuschen und Fee

Heu muss nach der Ernte mindestens vier Wochen lagern, bevor es verfüttert werden kann. Ob Heu dann unbedenklich angeboten werden darf, bemerkt man am besten am Geruch. Hochwertiges Heu riecht frisch und aromatisch und hat ein grünes Aussehen.

Heu ist das Grundnahrungsmittel ("täglich Brot") der Meerschweinchen. Es muss rund um die Uhr in ausreichender Menge und guter Qualität zur Verfügung stehen. Alleine gutes Heu und sauberes Wasser würden für die Ernährung von Meerschweinchen vollständig ausreichen.

Der hohe Rohfaseranteil (25 - 30%) regt die Verdauung an und enthält wichtige Bestandteile wie Kalzium und Magnesium und Vitamine sowie Ballaststoffe. Besonders wichtig bei den Meerschweinchen ist seine Funktion zum Abschleifen der Zähne.

Gehege im Juni 2003

Das Heu sollte in einer Heuraufe verfüttert werden, um sicher zu gehen, dass es nicht verschmutzt wird. Hier werden dazu Röhren verwendet, daraus wird das Heu gerne aufgenommen und Verun- reinigungen durch die Tiere sind nicht möglich.

Man darf auch den "gesell- schaftlichen Aspekt" von Heu nicht vernachlässigen. Wann immer hier ein Berg Heu angeboten wird, steht dieser sofort im Mittelpunkt und alle Schweinchen finden sich zum gemeinsamen Fressen dort ein.

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Löwenzahn

Löwenzahn

Die "gemeine Kuhblume", besser bekannt als "gemeiner Löwenzahn", ist ein zungenblütiger Korbblütler, der auf Wiesen und Weiden und im Gebirge bis 2100 m Höhe wächst. Diese 15-30 cm hohe, mehrjährige Pflanze blüht in den Monaten März bis September. Sie besitzt einen langen hohlen Stengel, in dessen Milchröhren ein charakteristisches Sekret, der Milchsaft, gebildet wird. Dieser enthält sekundäre Pflanzenstoffe wie Zucker, Stärke, Eiweiß, Öle, Kautschuk und Flavone.

Eine beachtenswerte Fähigkeit des Löwenzahn ist die sog. "Modifikation", eine nicht erbliche, umweltbedingte Anpassungsfähigkeit. Teilt man den Wurzelstock einer Pflanze und pflanzt die Teile unter verschiedenen Umweltbedingungen (Weide, Naßwiese, Lehmboden, Gebirge) erhält man Pflanzen von sehr unterschiedlichem Aussehen. So ist auch die Vielfalt der täglich sammelbaren Löwenzähne erklärbar, je nach Bodenqualität, Lichteinfall oder Lage können die Pflänzchen ein anderes Aussehen annehmen.

Löwenzahn

Nur wenige Menschen wissen, daß Löwenzahn eine vorzügliche Heilpflanze ist. Sie enthält in Blättern, Blüten und der Wurzel verschiedene Bitterstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Cholin und Inulin. Die Heilwirkung dieser Inhaltsstoffe kann chronische Gelenkserkrankungen, chronische Hautleiden, chronisches Rheuma, Leber- und Gallenleiden, Nierensteine und Wassersucht positiv beeinflussen.

Wie viele Frühlingspflanzen hat der Löwenzahn eine ausgeprägt blutreinigende Kraft und eignet sich daher vorzüglich zu einer Frühjahrskur. Löwenzahntee regt sämtliche Verdauungsorgane und Niere und Blase an, dadurch werden alte Schlacken ausgeschieden.

Löwenzahn

Auch in der Ernährung hat der Löwenzahn vor allem im Frühling seinen Platz. Die zarten jungen Blätter ergeben leckere Salate.

Aus Sicht der Meerschweinchen ist Löwenzahn die leckerste Mahlzeit, die es überhaupt gibt. Er läßt sich gut mit Gras kombinieren, aber auch jederzeit pur essen. Dazu ist er noch außerordentlich gesund, und weil er deutlich harntreibend ist eine wichtige Medizin bei allen Schweinchen mit Problemen der Harnwege.

Bild rechts: besonders effektiv und auch schön anzusehen ist die Kombination von Löwenzahn mit Mais

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Mais

Gartenmais

Mais ist eine Pflanzenart aus der Familie der Süßgräser und stammt ursprünglich aus Mexiko. Er ist ein Sommergetreide, die Aussaat erfolgt als Einzelkornsaat von Mitte April bis Anfang Mai, wenn der Boden warm genug ist und keine Gefahr von Frost mehr besteht. Mais braucht zur Keimung eine Temperatur von 7 - 9 Grad. Bei niedrigeren Temperaturen kann der Keimling von Bodenpilzen befallen werden, späte Saat kann zu verzögertem Wachstum führen, weil die Sonnenenergie dann nicht voll ausgenutzt wird.

In Europa wird Mais etwa 2 bis 2,50 Meter groß. Mais kann mehrere Jahre hintereinander auf dem gleichen Feld angebaut werden. Allerdings ist das für den Boden nicht besonders gut. Mais wächst zunächst relativ langsam, die jungen Pflänzchen sind erst einige Wochen nach der Aussaat zu entdecken. Man pflanzt die Körner in Reihen in einem Abstand von ungefähr 15 cm. Je enger man die Körner sät, desto kleiner bleiben später die Pflanzen. Man kann den Mais natürlich auch zu Hause im Garten oder auf dem Balkon in Pflanzgefässen großziehen. Er wächst am besten, wenn er direkt in der Sonne steht.

Gartenmais

Die Maispflanze besteht aus Wurzeln, Stängel, Blättern, Maiskolben mit den Mais- fasern und Rispen. Die Kolben sind von Liesch- blättern umgeben. Auf einer Maispflanze entstehen zwei Arten von Blüten. Die männlichen Blüten nennt man Rispen. Sie wachsen an der Spitze des Stängels. In den Rispen werden die Pollen gebildet.

Mais ist ein Fremdbefruchter. Es entwickeln sich zuerst die Pollen und werden vom Wind verweht. Erst danach bildet sich die Seide an den Kolben. Deswegen ist eine Selbstbestäubung ausgeschlossen. Je Pflanze können sich mehrere Kolben bilden, jeder Kolben enthält ungefähr 400 Körner. Aus den weiblichen Blüten werden die Maiskolben. Sie wachsen weiter unten am Stängel. Die Blüten sind von mehreren dicken Blättern umgeben. Die langen Haare nennt man Griffel. Sie dienen dazu, die Pollen zur Befruchtung der Blüten einzufangen. Anschließend kann sich aus jeder Blüte ein Samen bilden. Diese Samen sind die Maiskörner, aus ihnen wachsen wieder neue Pflanzen.

Gartenmais

Am Stängel bilden sich bis zu 40 dunkelgrüne Blätter, welche ca. 10 cm breit und bis zu 100 cm lang werden können. Mais blüht in den Monaten Juli bis September. Im September oder Oktober ist der Mais ausgewachsen und kann geerntet werden. Mais enthält deutlich weniger wertvolles Eiweiß, als andere vom Menschen verzehrte Getreidesorten. Dies liegt an dem geringen Anteil essentieller Aminosäuren im Maiseiweiß. Mais ist sehr reich an den Vitaminen A und E und an ungesättigten Fettsäuren wie z.B. Linolensäure. Die kleinen olben mit den seidigen Haaren sind die größte Delikatesse, die der Mais zu bieten hat.

Gartenmais

In der Landwirtschaft wird der Mais je nach Witterung Mitte bis Ende Mai mit einem Unkraut- Vertilgungsmittel behandelt. Mais bildet ab dem dritten bis vierten Blatt an seiner Oberfläche eine Wachsschicht aus, so dass "Chemie" abperlt und den Maispflanzen selbst nichts anhaben kann. Im Sommer wird der Mais stellenweise gegen einen besonders aggressiven Parasiten - den Maiszünsler - behandelt. Wenn das der Fall ist, sieht man deutlich die Fahrspuren der Maschinen in den Feldern. Nach dieser Unkraut- und Schädlingsbekämpfung würden wir sicherheitshalber drei bis vier Wochen lang noch keinen Mais verzehren/verfüttern.

Hier werden Kolben und Blätter Anfang September zum Trockenen aufgehängt. Sie sind eine schmackhafte Abwechslung in der Fütterung während des Winters.

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Leibspeise Mais: Mäuschen Meier
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