Hämometra bei einem Meerschweinchen

Hämometra beim Meerschweinchen
das vorgelagerte deutlich vergrößerte
Uterushorn und ein Eierstock (Pfeil).

Patient: Meerschweinchen, weiblich, 2 Jahre alt. Die Besitzerin beobachtete am Vorabend Blutungen aus der Urogenitalöffnung. Das Schweinchen fraß zwar normal, machte aber einen abgeschlagenen Eindruck. Das Tier war vorher niemals krank und hatte auch noch keinen Nachwuchs geboren.

Das Allgemeinbefinden war deutlich reduziert, die innere Körpertemperatur betrug 36,5 Grad, die Schleimhäute waren blaß. Palpatorisch war kein eindeutiger Befund zu erheben. Die Scheide war blutverschmiert, auf dem mitgebrachten Handtuch deutliche Blutspuren zu erkennen. Durch ein Röntgenbild konnten Blasenprobleme ausge- schlossen und eine Vergrößerung der Gebärmutter "erahnt" werden.

Diagnose: Hämometra (Blutfüllung der Gebärmutter).

Da der schlechte Zustand des Schweinchens eine konservative Therapie nicht ratsam erscheinen ließ, wurde nach entsprechender Prämedikation sofort eine Ovariohysterektomie durchgeführt.

Hämometra beim Meerschweinchen

Bild rechts: die beiden Uterushörner im Vergleich: in der Bildmitte das veränderte, oberhalb des roten Pfeils das dunkelrote normal große Uterushorn, von Fettgewebe umgeben. An den Spitzen der Hörner sind die Eierstöcke zu erkennen.

Auslöser von Endometritiden und Hämometren sind häufig eine gestörte Funktion der Eierstöcke, z.B. durch Ovarialzysten oder Tumore (Myome). Die Schleimhaut des veränderten Uterushornes war deutlich wulstförmig hypertrophiert, die Gebärmutter enthielt haupsächlich koaguliertes Blut. Bemerkenswert war, dass die Ovarien völlig normal ausgebildet waren. Die Erkrankung hatte sich wahrscheinlich über einen Zeitraum von mehreren Wochen entwickelt.

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