Einen rehabilitierten Kampfhund Zuhause aufnehmen – Ja oder Nein?

Du möchtest dir bald ein Haustier anschaffen? Du spielst mit dem Gedanken einen rehabilitierten Kampfhund aus dem Tierheim zu adoptieren?

Mit der Aufnahme eines solchen Tieres übernimmst du eine große Verantwortung für viele Jahre. Bevor du deine Entscheidung triffst, solltest du mit allen beteiligten Familienmitgliedern bzw. Mitbewohnern vorab einige Fragen klären. Zum Beispiel: Passt der Hund zu deiner Wohnsituation? Hast du genügend Zeit? Passt der Charakter des Hundes zu dir?

Was muss ich beachten?

Sogenannte Kampfhunde sind zumeist dominante Tiere. Handelt es sich um einen traumatisierten Hund ist viel Hundeerfahrung und Durchsetzungsvermögen notwendig. Auch wenn er von Profis behandelt und erfolgreich rehabilitiert wurde, müssen viele Faktoren bedacht werden.

Um dir deine Entscheidung leichter zu machen, habe ich alle Vor- und Nachteile einmal für dich zusammengetragen.

Die Vorteile, wenn ich einen rehabilitierten Kampfhund aufnehme

1.Du tust etwas Gutes. Du gibst einem verstoßenen Hund ein neues Zuhause.

2.Die sogenannten „Kampfhunde“ sind fast immer geprüfte Hunde. Je nach Bundesland werden sie durch einen Wesens- oder Verhaltenstest geprüft.

3.In der Regel haben Hunde dieser Rasse ein besonders ruhiges Wesen und ein gutes Gemüt. Es ist also äußerst unwahrscheinlich, dass ein rehabilitierter Kampfhund eine Gefahr für seine Umwelt darstellt.

4.Viele Kampfhunde sind bekannt dafür, dass sie sehr kinderfreundlich sind. Sie ordnen sich ihrem Rudel bzw. ihrer Familie gern unter. Sie sind sehr treu und loyal. Somit gelten sie z.B. in den USA als beliebter Familienhund.

5.Sie sind robust, gesund, genügsam, haaren wenig und haben pflegeleichtes Fell. Durch ihre mittlere Größe brauchen sie weniger Futter und weniger Platz. Bei einem Retriever sieht das zum Beispiel ganz anders aus.

6.Sie haben große Kraft und Ausdauer und vor (fast) nichts Angst. Sie sind somit wunderbare Aufpasser für dein Zuhause und deine Familie.

7.Sie lassen sich leicht ausbilden. Dadurch sind sie besonders gut geeignet für Verwendungszwecke wie z.B. Rettungshund

Die Nachteile, wenn ich einen rehabilitierten Kampfhund aufnehm

1.Für Besitzer eines Listenhundes gelten festgelegte Vorschriften:  Für die Haltung dieses Hundes ist ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich. Außerdem braucht man eine Erlaubnis vom Vermieter, einen Hundeführerschein sowie eine  Haftpflichtversicherung für den Hund.

2.In manchen Gemeinden muss eine Strafsteuer gezahlt werden, wenn man einen Listenhund hält (Bei fehlender Genehmigung).

3.Keiner kennt die Vorgeschichte des Hundes. Kleine Reize könnten der Auslöser für aggressives und gefährliches Verhalten sein. Ein gutes Durchsetzungsvermögen und intensives Hundewissen ist notwendig, niemanden einer Gefahr auszusetzen. Du kannst nicht garantieren, was dein rehabilitierter Hund macht, wenn er sich Umwelteinflüssen bedroht fühlt.

4.Ein rehabilitierte Kampfhund ist zeit- und kostenintensiv. Ein Hundepsychologe und der Besuch bei der Hundeschule ist meist notwendig.

5.Die Wohnungssuche mit einem Kampfhund wird sich als schwierig gestalten. Viele Vermieter beurteilen den Hund nach der Rasse. Des Weiteren darf man nicht in jedem Bundesland einen Listenhund halten.

6.In Deutschland besteht eine Leinen- und Maulkorbpflicht für Kampfhunde.

7.Am besten geht du alle Punkte ganz in Ruhe durch. Überlege dir genau, ob du dieser Aufgabe gewachsen bist. Nimm dir genügend Zeit für deine Entscheidung. Ich hoffe diese Auflistung hilft dir dabei.

Am besten geht du alle Punkte ganz in Ruhe durch. Überlege dir genau, ob du dieser Aufgabe gewachsen bist. Nimm dir genügend Zeit für deine Entscheidung. Ich hoffe diese Auflistung hilft dir dabei.